22. Mai 2013

Die Büchse der Pandora

© Philipp Dimitri/Westend61
Es muss 2006 oder 2007 gewesen sein, als ich das erste Mal von Yuri Arcurs hörte. Durch Zufall bin ich auf seinem Blog gelandet, auf dem er sich als der erfolgreichste Stockfotograf der Welt präsentierte. 750.000 Bilder hätte er im letzten Jahr verkauft. So viel wie kein anderer Fotograf der Erde. Jenseits des enormen Egos, das hinter einer solchen Selbstbeschreibung steckt, hat mich das offen gestanden nicht unbeeindruckt gelassen. Eine imposante Zahl und wie wir alle wissen, hat er später ein Vielfaches an Bildern im Jahr abgesetzt. Jeder kannte die Bilder bald in- und auswendig und sah sie an jeder Ecke hängen.

Kleine Preise wurden hoffähig


In gewisser Weise öffnete er damit die Büchse der Pandora. Microstock professionalisierte sich. Arcurs erntete große Bewunderung und viele professionelle Fotografen träumten auch davon, ein kleiner Yuri zu werden. Sie ließen sich auf seine Argumentation ein. Die Crowd würde etablierte Strukturen zerbrechen, sei demokratisch, es wäre optimal viele Bilder zu kleinen Preisen zu verkaufen usw. usw.. Er hat sicher psychologische Barrieren durchbrochen. Kleine Preise wurden unter Profis hoffähig, sie fingen an Microstock zu beliefern und brachten eine Qualität, die für Kunden interessant wurde. Aber um seinen Bewunderern und Nachahmern immer einen Schritt voraus zu sein, musste er sich aufblähen. Mehr produzieren, schneller sein, besser sein. Mittlerweile hat er nach eigenen Angaben ein Team mit ca. 100 Leuten. Das verursacht natürlich hohe Kosten, die wieder eingespielt werden müssen.

Der Umsatz pro Bild sinkt


Anscheinend funktioniert das nicht mehr so ohne weiteres. Vor so ziemlich genau einem Jahr hat er seine eigene Website gelauncht, peopleimages.com. Hat ein halbes Jahr keine Microstockagenturen mehr beliefert in der Hoffnung, es mit der eigenen Plattform selbst zu schaffen. Aber mit 70.000 Bildern und seien sie noch so gut, ist es eben nicht möglich, als Agentur auf dem Markt zu bestehen. Damit kann man die Kosten von 100 Leuten einfach nicht decken. Nachdem das offensichtlich auch für ihn galt, belieferte er seine Agenturen wieder, musste aber schmerzhaft erkennen, dass niemand sehnsüchtig auf ihn wartete und seine Bilder nach vorne rankte, nur weil er Yuri Arcurs hieß. Mittlerweile haben seine Lehrlinge aufgeholt, es gibt genügend Ersatz. Yuri Arcurs leidet wie alle anderen Fotografen an dem Überangebot an Bildern. Der Umsatz pro Bild sinkt bei allen Marktteilnehmern, auch bei ihm.

Ich bleibe bei meiner These, dass den Microstockfotografen genau das gleiche Schicksal widerfahren wird wie vielen Macrostockfotografen. Wenn das Angebot höher ist als die Nachfrage sinkt nun einmal der Preis. Bei einem Angebot von 20 Millionen Bildern, das auch noch stetig wächst, ist das zwangsläufig der Fall. Die Microstockagenturen konnten diesen Preisverfall nur durch ständige Preiserhöhungen abfangen. Weniger Verkäufe pro Fotograf wurden durch höhere Preise pro Verkauf neutralisiert. Es scheint aber so zu sein, dass bei den Preiserhöhungen das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Die preissensiblen Kunden wandern von den immer teurer werdenden Microstockagenturen zu den Abomodellen oder superbilligen Agenturen wie depositphotos ab. Der Erfolg von Shutterstock belegt das. Logischerweise sinken dadurch die Einnahmen der Fotografen, weil sie die Bilder dort günstiger verkaufen als anderswo.

Der Irrsinn auf dem Markt


depositphotos ist übrigens so ein Beispiel für den gewissen Irrsinn auf dem Markt. Fotografen verkaufen dort die gleichen Bilder zu einem Bruchteil der Preise wie bei anderen Microstockgenturen. Ich habe einige Artikel von Webdesignern gelesen, die diese Agentur empfehlen, weil sie dort das gleiche Material viel billiger bekommen als anderswo und ich werde nie verstehen, warum sich Fotografen darauf einlassen. Das ist und bleibt unvernünftig, aber anscheinend greifen viele in einem schlechter werdenden Markt nach dem letzten Strohhalm, anders ist das nicht zu erklären. Überall dabei sein und alles mitnehmen anstatt einmal ein bisschen Vernunft walten zu lassen. Diese Nervosität kann man in den verschiedenen Foren richtig herauslesen. Wer hat welche Erfahrungen da und dort? Ja, ich habe da eine paar gute Erfahrungen und schon schmeißen alle ihre Bilder in der Hoffnung auf gute Umsätze dort drauf, um bald festzustellen, dass es schnell wieder schlechter wird, weil immer mehr Bilder um die gleichen Kunden konkurrieren. Oder es wird dort besser und dafür woanders schlechter, weil die eine Agentur der anderen Kunden wegnimmt. Märkte haben bei stabiler Nachfrage eben ihre Grenzen. Und irgendwann einmal hat dann niemand mehr gute Erfahrungen, weil die große Crowd mit ihrem Herdenverhalten gemeinsam den Markt zerstört. Immer mehr Bilder werden zu immer kleineren Preisen verkauft. Nur leben kann dann keiner mehr davon, weil man irgendwann nicht mehr so viel produzieren kann, um ständig sinkende RPIs zu kompensieren.

Arcurs zieht die Konsequenzen


Damit macht Yuri Arcurs nun Schluss. Deshalb hat er einen Exklusivvertrag mit Getty Images geschlossen, er sagt Good Bye zu der Idee, seine Bilder allen und jedem zu verschiedenen Preismodellen anzubieten. Nach eigener Aussage sind insbesondere Aboseiten nicht mehr geeignet, seine hohen Produktionskosten zu erwirtschaften. Ob es Sinn macht, sich in die Abhängigkeit einer Agentur zu begeben, sei hier einmal dahingestellt. Er hat sicher einen guten Vertrag ausgehandelt. Aber er signalisiert folgendes: Bilder kann und muss man auch teuer verkaufen, wenn sie teuer hergestellt werden. Seine Bilder sind keine Ramschware, die zu Niedrigstpreisen erworben werden können. Hat er die Büchse der Pandora ein zweites Mal geöffnet und bringt wieder Hoffnung in die Bildagenturwelt? Ich weiß es nicht, aber er wird sicherlich einige zum Umdenken und Nachdenken bewegen. Macht es Sinn, seine Bilder da superbillig und dort teuer zu verkaufen? Sind hohe Preise bei hohen Produktionskosten nicht gerechtfertigt? Muss man den Kunden gute Qualität zum Billigsttarif verkaufen?

Muss man eben nicht, wenn Bilder hochwertig sind. Es wird Zeit, das den Kunden wieder zu signalisieren. Gute Bilder haben ihren Preis. Und für dieses Signal bin ich Yuri Arcurs heute einmal dankbar.

Gerald Staufer

14. Mai 2013

Man muss wissen, was man will

© Mareen Fischinger privat
Es gibt ja diese berühmte Werbekampagne einer großen deutschen Tageszeitung mit dem Slogan „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“. Wer sich mit Mareen Fischinger (29) beschäftigt, dem fällt dieser Slogan unweigerlich ein. Mit Talent und Köpfchen hat sie sich schon in jungen Jahren als Fotografin erfolgreich etabliert.

In diesem Interview geht es nicht nur um Stockfotografie, sondern auch um die vielen anderen Facetten, die Mareen als Fotografin ausmachen.


Liebe Mareen, als Du 2005 damit begonnen hast, Westend61 mit Bildern zu beliefern, bist Du mit Deiner Fotografie noch in den Kinderschuhen gesteckt. Damals warst Du eine Studentin, die mit einer günstigen Canon 350D und großem Talent Fotos geschossen hat. Als Nebenverdienst auch für Bildagenturen, um vielleicht Dein Studenteneinkommen aufzubessern. Heute bist Du eine erfolgreiche Fotografin mit sehr guten Auftraggebern. Stock ist, so nehme ich an, immer noch ein Nebenverdienst für Dich. Sehe ich das richtig?

Stock ist nicht mein Hauptbusiness – das stimmt. Es ist aber auch mehr als nur ein Nebenverdienst. Für mich gehört Stockfotografie mittlerweile auch einfach dazu.

Was bedeutet Stockfotografie für Dich? Freiheit, das zu machen, was Dir Spaß macht oder gehst Du Themen ganz gezielt an?

Stockfotografie ist für mich ein schöner Ausgleich zu Auftragsarbeiten. Hier kann ich frei wählen, was ich wann und wo machen will. Damit kann ich gezielt Themen nach meinen Vorstellungen kreativ anpacken und mit meinem Team umsetzen.

© Mareen Fischinger/Westend61
Manche unserer Fotografen machen zum Beispiel die ein oder andere Produktion für uns, um ihre Mappe aufzubessern. Der ein oder andere unserer Fotografen hat schon gute Aufträge bekommen, weil Kunden seine Bilder bei uns oder einem unserer Partner entdeckt haben, ihnen die Bildsprache gefallen hat und sie ihn dann gezielt gebucht haben. Spielen solche Überlegungen für Dich auch eine Rolle, wenn Du für Bildagenturen fotografierst?

Ich habe bereits einige gute Auftraggeber und selbstverständlich freue ich mich auch über neue. Aber das ist nicht mein Beweggrund Stockfotos zu schießen: Vielmehr spornt mich die kreative Herausforderung an, eine gute und runde Serie abliefern zu können, die Kunden auf der ganzen Welt inspiriert.

Westend61 bietet ja guten Lifestylefotografen die Zusammenarbeit mit einem unserer Art Directoren und auch finanzielle Beteiligung an der Produktion an. Bisher hast Du das nicht in Anspruch genommen. Weil Du die Hilfe nicht brauchst, es nicht wusstest oder hast Du es noch vor?

Gerne nehme ich das Angebot an und mache mal eine gemeinsame Produktion mit Westend61!

Das freut mich! Hast Du eigemtlich jemals darüber nachgedacht, Microstockagenturen zu beliefern oder tust Du es sogar? Das ist ja unter Profis mittlerweile durchaus en vogue, dort ein Standbein zu haben.

Nein, das mache ich nicht. Meiner Meinung nach widersprechen sich die Inhalte von Microstock- und Stockagenturen. Stockfotos sind in meiner Welt in Szene gesetzte Serien, über die ich mir Gedanken bezüglich Licht, Setting, Personen, Wetter und grundsätzliche Inhalte mache. Bei Microstockfotos handelt es sich eher um generische Schmuckbilder. Das eine ist Beruf und Profession – das andere eher im Hobby- und Massenbereich einzuordnen.

© Mareen Fischinger/Westend61
Kommen wir noch zu einem anderen Punkt. Die Kunstfotografie: 2009 hat eine Pariser Galerie Deine Panografien ausgestellt. Heute werden sie über Lumas vermarktet. Arbeitest Du daran weiter oder steht die Kunstfotografie mit dem kommerziellen Erfolg nicht mehr so sehr in Deinem Fokus?

Natürlich mache ich weiter! Kunst liegt mir am Herzen und ich bin da vielseitig unterwegs. Ich habe zum Beispiel das Format der Panografie ins Leben gerufen und will auch damit weitermachen. Kommerzieller Erfolg? – Nein, das ist nicht der Grund. Ich habe Freude zu sehen, wenn meine Werke Gefallen finden. Selbstverständlich freue ich mich auch darüber, sie irgendwo hängen zu sehen.

Wie die Leser mittlerweile bemerkt haben werden, bist Du ein kleiner Tausendsassa. Du hast vor etwa einem Jahr Lumio gegründet. Eine digitale Schnittstelle zwischen Fotograf und Kunden, die die Kommunikation mit dem Kunden effizienter gestalten soll. Was unterscheidet Lumio von WeTransfer oder der Dropbox?

Lumio ist mein Baby und auf Basis meiner professionellen Erfahrungen entstanden. In Lumio steckt ganz viel Herzblut drin und ich hoffe sehr, dass man das auch merkt. Im Gegensatz zu reinen Datenräumen wie Dropbox oder WeTransfer ist Lumio eine Plattform, auf der Fotografen und deren Auftraggeber sich zum Projekt austauschen können. Ein Beispiel: Ein Kunde bestellt ein Foto, ich mache ein Shooting und stelle das Ergebnis dann auf Lumio ein. Mein Kunde kann sich dann online die Fotografien anschauen, Entscheidungen treffen, mit mir abstimmen und anschließend die finalen Daten herunterladen. Diese Arbeitsweise ist unvergleichlich schnell, direkt und effizient. Probiere es doch mal aus.

© Mareen Fischinger/Westend61
Das werde ich gerne machen. Aber zur nächsten Frage. Ich denke, jeder, der sich ein paar Minuten mit Dir beschäftigt, bemerkt, wie sehr die Fotografie dein Leben ist. Du bist dabei auch sehr experimentierfreudig und hast viele Facetten. Ich finde bewundernswert, dass Du Dich in so jungem Alter in einem so schwierigen Markt durchgesetzt hast. Irgendwie hat man das Gefühl, bei Dir kommt alles zusammen: Talent, Geschäftssinn, Fleiß, Willen und vielleicht auch manchmal das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Was würdest Du Neueinsteigern raten, die sich im Markt behaupten wollen?

Ich empfehle einen langen Atem und ein Ziel zu haben. Man muss wissen, was man will. Heute gibt es viele Menschen, die sich mit dem Thema Fotografie beschäftigen. Dadurch ist gerade zu Beginn die Konkurrenz sehr groß. Also: Durchhalten!

Zum Schluss noch eine Frage zu uns. Würdest Du jungen Fotografen empfehlen, ihr Glück mit Westend61 zu versuchen, so wie Du es damals getan hast?

Selbstverständlich kann ich jungen Fotografen Westend61 empfehlen. Man erfährt direkt, ob die eigenen Werke gefragt sind oder nicht und so ein komplett durchgeplantes Shooting mit dem gedachten Kunden im Hinterkopf trainiert die Arbeitsweise ungemein.

Liebe Mareen, vielen Dank für das Gespräch.

Gerald Staufer

2. Mai 2013

Der pure Genuss

arko gehört zu den deutschlandweit führenden Anbietern von Premium-Kaffees und erlesenen Confiserie-Spezialitäten im filialisierten Einzelhandel. Für ihre neue Werbekampagne haben sie sich für ein Portrait von Mareen Fischinger entschieden, das auf riesigen Plakatwänden zu sehen ist.

Wir finden, das Bild ist erste Sahne und passt perfekt zum Kunden und zum Claim, für den er sich entschieden hat.


25. April 2013

Wir wollen, dass es echt ist!

© Philipp Dimitri/Westend61
Authentizität ist seit einigen Jahren ein viel bemühter Begriff in Werbung und Fotografie und wurde zum Synonym für den globalen Trend, hin zur mehr Glaubwürdigkeit und realistischer Darstellung.

Wunsch nach Wahrhaftigkeit


Bereits seit über 10 Jahren ist der wachsende Wunsch des Verbrauchers nach mehr Wahrhaftigkeit und Einzigartigkeit deutlich spürbar. Doch mittlerweile hat ein regelrechter Wertewandel in der Gesellschaft stattgefunden. Die Ursache hierfür sehen Marktforscher in der Reaktion der Menschen auf die wirtschaftliche Instabilität der letzten Jahre und die Auswirkungen von globalen Konflikten und Terror. Das Resultat ist das Bedürfnis nach mehr Transparenz und Ehrlichkeit, sowie eine Rückbesinnung auf die Dinge des Lebens, die uns wirklich glücklich machen.

Immer mehr Menschen wenden sich ab von der Zurschaustellung von Macht und Luxus und empfinden Frustration und Ernüchterung, gegenüber Politik, Unternehmen und Medien.
Mit dem Unbehagen des Einzelnen wächst die Sehnsucht nach Sicherheit, Zusammenhalt und
der Rückkehr zum Einfachen und Ursprünglichen.

Unkonventionelle Schönheit ist gefragt


© Vincent Vega/Westend61
In der Bildsprache zeigt sich dieser Trend auf unterschiedliche Art. Einer der wichtigsten Aspekte ist jedoch die ehrliche Präsentation von Schönheit, die die Individualität der Person z.B. durch Herkunft, Alter oder Körperbau zulässt und sogar betont. Mehr und mehr ist eine unkonventionelle Schönheit gefragt, die auf Ausstrahlung beruht, statt auf klassischen Idealen und somit ganz ‚gewöhnliche’ Menschen zu individuellen Markenbotschaftern macht. Wir erinnern uns zum Beispiel an die bahnbrechende Kampagne von Dove, die bereits 2004 mit ‚echten’ Frauen jedes Alters, Hautfarbe und Körperform warb. Dieses Prinzip setzt sich bis heute erfolgreich fort und schafft beim Betrachter ein höheres Maß an Vertrauen und Identifizierung.

© Rainer Berg/Westend61
Thematisch geht die Entwicklung gleichermaßen in Richtung realistischer Darstellung und weg von stereotypen, überidealisierten Klischees. Es sind Bilder, die alltägliche Momente des Lebens glaubwürdig widerspiegeln und somit einzigartig machen, weil sie es schaffen, den Betrachter auf einer emotionalen Ebene anzusprechen.
Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist für mich das Video zum dem Tim Bendzko Song ‚Sag einfach Ja’, zu sehen bei YouTube.
Doch auch Motive, die sich mit Nachhaltigkeit und traditionellen Werten wie Familie, Vertrauen und Verantwortung beschäftigen, haben Hochkonjunktur.

Relevante Konzepte müssen erkennbar sein


© Rainer Holz/Westend61
Wenn auch Modelle, Styling und Situationen immer realer werden, bleibt es besonders in der Stockfotografie wichtig, dass die heute relevanten Konzepte in jedem Bild klar erkennbar sind. Eine ehrliche Abbildung, die über eine Dokumentation nicht hinaus geht, hat zu eingeschränktes Verkaufspotential. Die Modelle müssen zwar keine makellosen Schönheiten sein, aber dennoch attraktiv und glaubwürdig. Zu oft wird real mit banal verwechselt und eine wirklichkeitsgetreue Darstellung darf keine Entschuldigung für schlampiges Handwerk werden.

Moderne Technik ermöglicht heute einer großen Anzahl von Menschen, ganz einfach und selbstverständlich ihr Leben fotografisch zu dokumentieren und mit anderen zu teilen. Dieses Phänomen wirkt wie ein Katalysator auf diese authentische Strömung und hat den Schnappschuss bereits zur Kunstform erhoben.

Deswegen erlangt auch eine gewisse Unmittelbarkeit im fotografischen Stil immer mehr Beliebtheit, weil sie gerade durch ihre Unvollkommenheit improvisiert und ungekünstelt wirkt.

Auf der Suche nach jenen einzigartigen Momenten, können wir uns leider nicht auf Glücktreffer verlassen, sondern müssen lernen, diese geschickt und glaubwürdig zu inszenieren.

Martine Präßl