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| © Gerald Nowak/Westend61 |
Das Jahr 2009 werde ich wohl nie
vergessen. Die Welwirtschaftskrise kam mit Wucht bei uns an. Kunden
entdeckten Microstock und bei uns gingen die Umsätze zurück. Viele
Fotografen waren erschüttert. Ob sie die Konsequenz gezogen haben,
die Umsatzverluste durch Belieferung von Microstock abzufangen weiß
ich nicht, aber ich habe eher nicht das Gefühl. Nein, sie haben
Angst bekommen, aufgehört zu produzieren oder haben ihre Lieferungen
fast eingestellt. Sich also verhalten wie das Kaninchen vor der
Schlange. Ich kann das teilweise verstehen. Bis 2009 waren gute
Produktionen keinerlei Risiko. Man hat Geld in die Hand genommen und
in der Regel nach zwei, drei Jahren eine ganze Menge mehr
zurückbekommen als man investiert hat. Das war so ähnlich wie sich vor knapp vier
Jahren eine Apple Aktie zu kaufen. Goldene Zeiten eben. Heute
ist es nicht mehr ganz so leicht. Man muss den Markt sehr gut
analysieren und auf die richtigen Themen setzen, wenn Bilder
gut funktionieren sollen. Richtig bewerkstelligt geht das immer noch
sehr gut, ich werde dazu bald einmal einen eigenen Artikel
veröffentlichen. Nur sollte man die Erwartungen etwas
herunterschrauben. Nicht mit 500 Prozent Gewinn rechnen, sondern mit 50 bis 200 Prozent nach drei Jahren auch zufrieden sein können. Ich empfinde das
als ein respektables Ergebnis, wenn ich mir die Gewinnerwartungen auf
dem Aktienmarkt so ansehe.
Ist es aber die richtige Konsequenz, die Flinte ins Korn werfen, weil Umsätze, Preise und RPIs sinken? Nein.
Die Umsätze von denen, die
nicht mehr liefern, gehen nach ein paar Monaten drastisch zurück. Nur
wer seinen Stock ausbaut, gerät in den Rankings nicht nach hinten
und wird weiterhin mit seinen Bildern gefunden. Ein sehr erfahrener
Fotograf hat mir vor vielen Jahren weit vor der Weltwirtschaftskrise
einmal gesagt: „Stock ist wie eine Bestie. Sie muss laufend
gefüttert werden“. Wie wahr. Einige haben das nach 2009
verstanden und konsequent weitergemacht. Dadurch konnten sie die Verluste
nicht nur begrenzen, sondern haben sich entweder wieder auf das frühere Niveau eingependelt oder sogar Zuwächse erzielt.
Ich habe von goldenen Zeiten
gesprochen. In denen war es so: Je mehr Bilder, desto mehr Umsätze.
Umsatzsteigerungen waren berechenbar. Vergangenheit. Diese Formel
gilt heute mit Einschränkungen nur noch für Neueinsteiger, die von
null anfangen. Für die „alten Hasen“ sind diese Zeiten leider
vorbei. Es geht darum, ein Niveau, das man erreicht hat, zu halten oder leicht zu steigern. Und es geht auch darum, den Markt besser zu
studieren als je zuvor. Was wollen die Kunden, was wird
massenhaft billig angeboten, wo kann ich mich unterscheiden oder was
kann ich besser als andere? Ich weiß, ich habe das in ähnlicher
Form schon mehrmals geschrieben, aber es kann nicht oft genug
wiederholt werden.
Wir versuchen hier mit besten Kräften
alle unsere Fotografen zu unterstützen. Schicken Shootinglisten
raus, sprechen bei Bedarf mit jedem persönlich, fertigen ganze
Shootingpläne an und sind, wenn es erwünscht ist, bei einer Produktion dabei. Im
MACROSTOCKblog veröffentlichen wir vieles zu Bildkonzepten,
Bildbearbeitung usw.. Mein Tip: Alle von uns angebotenen Hilfen in
Anspruch nehmen, gut recherchieren und den eigenen Stock
kontinuierlich ausbauen. Füttert die Bestie! Es lohnt sich und wird sich positiv in den Umsätzen auswirken.
G. Staufer

Danke, für den positiven Bericht. Hier kann ich voll und ganz zustimmen!
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