27. Juni 2012

Füttert die Bestie!

© Gerald Nowak/Westend61
Das Jahr 2009 werde ich wohl nie vergessen. Die Welwirtschaftskrise kam mit Wucht bei uns an. Kunden entdeckten Microstock und bei uns gingen die Umsätze zurück. Viele Fotografen waren erschüttert. Ob sie die Konsequenz gezogen haben, die Umsatzverluste durch Belieferung von Microstock abzufangen weiß ich nicht, aber ich habe eher nicht das Gefühl. Nein, sie haben Angst bekommen, aufgehört zu produzieren oder haben ihre Lieferungen fast eingestellt. Sich also verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange. Ich kann das teilweise verstehen. Bis 2009 waren gute Produktionen keinerlei Risiko. Man hat Geld in die Hand genommen und in der Regel nach zwei, drei Jahren eine ganze Menge mehr zurückbekommen als man investiert hat. Das war so ähnlich wie sich vor knapp vier Jahren eine Apple Aktie zu kaufen. Goldene Zeiten eben. Heute ist es nicht mehr ganz so leicht. Man muss den Markt sehr gut analysieren und auf die richtigen Themen setzen, wenn Bilder gut funktionieren sollen. Richtig bewerkstelligt geht das immer noch sehr gut, ich werde dazu bald einmal einen eigenen Artikel veröffentlichen. Nur sollte man die Erwartungen etwas herunterschrauben. Nicht mit 500 Prozent Gewinn rechnen, sondern mit 50 bis 200 Prozent nach drei Jahren auch zufrieden sein können. Ich empfinde das als ein respektables Ergebnis, wenn ich mir die Gewinnerwartungen auf dem Aktienmarkt so ansehe.

Ist es aber die richtige Konsequenz, die Flinte ins Korn werfen, weil Umsätze, Preise und RPIs sinken? Nein. 

Die Umsätze von denen, die nicht mehr liefern, gehen nach ein paar Monaten drastisch zurück. Nur wer seinen Stock ausbaut, gerät in den Rankings nicht nach hinten und wird weiterhin mit seinen Bildern gefunden. Ein sehr erfahrener Fotograf hat mir vor vielen Jahren weit vor der Weltwirtschaftskrise einmal gesagt: „Stock ist wie eine Bestie. Sie muss laufend gefüttert werden“. Wie wahr. Einige haben das nach 2009 verstanden und konsequent weitergemacht. Dadurch konnten sie die Verluste nicht nur begrenzen, sondern haben sich entweder wieder auf das frühere Niveau eingependelt oder sogar Zuwächse erzielt.

Ich habe von goldenen Zeiten gesprochen. In denen war es so: Je mehr Bilder, desto mehr Umsätze. Umsatzsteigerungen waren berechenbar. Vergangenheit. Diese Formel gilt heute mit Einschränkungen nur noch für Neueinsteiger, die von null anfangen. Für die „alten Hasen“ sind diese Zeiten leider vorbei. Es geht darum, ein Niveau, das man erreicht hat,  zu halten oder leicht zu steigern. Und es geht auch darum, den Markt besser zu studieren als je zuvor. Was wollen die Kunden, was wird massenhaft billig angeboten, wo kann ich mich unterscheiden oder was kann ich besser als andere? Ich weiß, ich habe das in ähnlicher Form schon mehrmals geschrieben, aber es kann nicht oft genug wiederholt werden.

Wir versuchen hier mit besten Kräften alle unsere Fotografen zu unterstützen. Schicken Shootinglisten raus, sprechen bei Bedarf mit jedem persönlich, fertigen ganze Shootingpläne an und sind, wenn es erwünscht ist, bei einer Produktion dabei. Im MACROSTOCKblog veröffentlichen wir vieles zu Bildkonzepten, Bildbearbeitung usw.. Mein Tip: Alle von uns angebotenen Hilfen in Anspruch nehmen, gut recherchieren und den eigenen Stock kontinuierlich ausbauen. Füttert die Bestie! Es lohnt sich und wird sich positiv in den Umsätzen auswirken.

G. Staufer

1 Kommentar:

  1. Danke, für den positiven Bericht. Hier kann ich voll und ganz zustimmen!

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